Hurvinek in den „Abendgrüßen“
Am 19. Oktober 1958 erschien eine kleine Marionettenpuppe mit Tretroller auf den Bildschirmen des Deutschen Fernsehfunks und präsentierte einen der neuen, erst seit zehn Tagen existenten „Abendgrüße“. Die Marionette war kein Geringerer als das tschechische Starsöhnchen „Hurvinek“ aus dem Erfolgsduo „Spejbl und Hurvinek“, das der Puppenspieler Josef Skupa bereits 1930 in Pilzen aus der Taufe gehoben hatte.
Als Hurvinek auf seinem Roller angeträllert kam und die „Menschenmädlein und Menschenknäblein“ an den Fernsehapparaten begrüßte, war er in der DDR längst kein Unbekannter mehr. Auf einer Tournee wurden Skupa und sein Ensemble bereits 1956 von mehr als 20.000 Zuschauer begeistert gefeiert.
Es war also mehr als eine bloße Geste, wenn Hurvinek in einem der ersten „Abendgrüße“ – es war der Zählung nach sogar die „Nummer 1“ – auftrat und „einen musikalischen Abendgruß“ mit „Prager Freunden“ ankündigte. Danach trat er ab mit den Worten: „Na, das war doch eine feine Sache, was?“
Wen der kleine Wicht vorstellte, wissen wir heute leider nicht mehr, sicher jedoch ist, dass der kleine „vorsandmännliche“ Rahmen vom späteren „Sandmann-Vater“ Gerhard Behrendt in Szene gesetzt wurde.