Sandmann-Folge 308
Lilienthalgleiter, 1988
Mit einem interessanten kleinen Beitrag ehrten 1988 die Sandmannschöpfer einen der ersten deutschen Flugpioniere - den Berlin-Brandenburger Otto Lilienthal. Mit seinem Hängegleiter hatte dieser sich, unterstützt von seinem Bruder Gustav, im Sommer 1891 in den Hügeln bei Derwitz/Mark Brandenburg in die Luft erhoben und 25 Meter weit geschwungen. Und mehr als 2000 weitere Flüge folgten diesem ersten Versuch. Immer wieder richtete sich im Film die Kamera auf einen Storch. Das war kein Zufall - hatten doch die beiden Brüder jahrelang die Flugtechnik von Störchen und Bussarden beobachtet, um ihr Fluggerät zu konstruieren. Otto Lilienthals Buch "Der Vogelflug als Grundlage der Fliegekunst" gilt noch heute als Standardwerk für alle Luftfahrtinteressierten. Mit großer Sorgfalt widmeten sich die beiden Regisseure Peter Blümel und Harald Serowski der genauen Flugtechnik und der exakten Körperhaltung des Sandmannes beim Flug mit diesem Gerät. "Ganz auszuschließen sind Fehler hier nicht. Schon aus diesem Grunde sollte in Zukunft von solchen Themen Abstand genommen werden," wird vorsichtig im Drehbuch vermerkt. Die kleinen Zuschauer in der DDR sahen sich indes den "Lilienthalgleiter" mit seiner kindgerechten Aufarbeitung von Fluggeschichte nicht ganz unvorbereitet an. Bereits 1983 war in den Kinos der DEFA-Dokumentarfilm zu sehen, den Heinz Müller und Erwin Nippert ausdrücklich für Kinder drehten: "Wie der Mensch seine Flügel bekam".